Ich werfe jetzt mal eine Hypothese in den Raum: Du nutzt aktuell noch ein hormonelles Verhütungsmittel oder hast eine Kupferspirale, aber so richtig wohl, fühlst Du Dich damit nicht (mehr).
Aber natürliche Verhütung, Zyklustracking, Tage-zählen wie böse Zungen behaupten, erschien Dir bis jetzt als zu unsicher. Wahrscheinlich hast Du schon einige widersprüchliche Dinge darüber gehört und vielleicht wurde Dir auch schon aktiv abgeraten.
Joa, ich sag mal so: So überzeugt wie heute war ich von NFP auch nicht immer. Und Gegenwind habe ich auch bekommen… 😉
In diesem Artikel möchte ich Dich mitnehmen, auf meine damalige Reise von der Pille bis zu natürlicher Verhütung mit der NFP-Methode 🙂
Für mein 16-Jähriges Ich war die Pille selbstverständlich
Das erste Mal, dass ich mich ernsthaft mit dem Thema Verhütung auseinandergesetzt habe, war 2009. Und damals war es nicht nur selbstverständlich die Pille zu nehmen, es war auch richtig cool. Ich kann mich noch an einen Nachmittag im Sportunterricht erinnern, als sich in der Umkleide darüber unterhalten wurde, wer welche Pille nimmt und wer den größten Busen davon bekommen hat. Well, so viel zum damaligen Problembewusstsein, die Pille als Lifestyle Smarty zu schlucken…
Ich bin also damals auch zu meinem Gynäkologen gegangen und habe zielsicher nach der Pille verlangt. Allerdings war bei mir damals schnell klar, dass es erstmal keine Kombipille mit Östrogen und Gestagen wird, sondern eine reine Gestagenpille. Und nunja, die haben in der Regel nicht die „Nebenwirkungen“, die man sich als 16-Jährige so erhofft 😉. Grund war übrigens meine Familienanamnese. Schlussendlich habe ich dann eine Gestangenpille mit der Absicht bekommen, dass wenn ich sie gut vertrage, ich mir das Implanon einsetzen lasse. Soweit der Plan…
Die Nebenwirkungen der Pille haben nicht lange auf sich warten lassen
Die ersten unangenehmen Nebenwirkungen kamen schnell. Zwischenblutungen und Kopfschmerzen. So unangenehm und anhaltend, dass das Thema Gestagenpille und Implanon schnell gegessen war. Bald kam auch die Entwarnung von der Gerinnungsdiagnostik, dass ich durchaus eine Östrogenpille nehmen könne.
In den nächsten zwei Jahren habe ich so ziemlich jede Zusammensetzung und Dosierung an Kombipillen ausprobiert. Vor allem die psychischen Nebenwirkungen wurden immer schlimmer. Brain Fog, Käseglockengefühl, starke Stimmungstiefs und praktisch keine Libido mehr. Ich würde so weit gehen und sagen, ich war nicht mehr ich selbst. Von den erhofften positiven Nebeneffekten hatte ich zu meiner Enttäuschung keine. Meine Stimmungslage und Gefühlswelt wurden zu einer so großen Belastung für mich und meine Beziehung, dass ich kurz vor meinem Abi 2012 die Notbremse gezogen habe. So wollte ich auf keinen Fall Abi schreiben. Also ist die Pille in der Tonne gelandet.
So ging es für mich nach dem Absetzen der Pille hormonfrei weiter
Für uns ging es erstmal mit Kondomen weiter. Ich hatte mich nach Alternativen ein wenig umgesehen und bin auf die Gynefix gestoßen. Das ist eine Kupferkette, die ähnlich wie eine Kupferspirale funktioniert und keine Hormone beinhaltet. Tatsächlich war die Gynefix damals noch eher eine Rarität und es war gar nicht so einfach eine ÄrztIn zu finden, die sie einsetzen konnte. Und ich hatte doppelt Glück: mein damaliger Gynäkologe hatte die nötige Schulung absolviert UND meine Gebärmuttermuskulatur war geeignet, um eine Gynefix darin zu verankern. Das war nämlich der für mich ausschlaggebende Grund für die Gynefix – sie wird in der Gebärmutter verankert! Mir hat das einfach zusätzliche Sicherheit gegeben.
Die Einlage war schmerzhaft, das will ich absolut nicht schönreden. Aber, es geht recht schnell und wenn man die vollen 5 Jahre Liegedauer ausnutzt, dann lohnt sich das durchaus 😉
Tatsächlich hatte ich schlussendlich sogar zwei Gynefix. Denn die erste hat sich nach circa 6 Wochen gelöst und ich habe eines Tages ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut, als ich sie in der Hand hatte. Mir war bewusst, dass so etwas passieren kann, aber dass es mich trifft, dachte ich natürlich nicht.
Grundsätzlich fand ich die Gynefix gut. Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen wie stärkere oder schmerzhaftere Blutungen. Nur der Faden, der unten dranhängt, hat ab und zu gepiekst. You know…
Was natürliche Verhütung für mich mit einem Haar-Forum zu tun hat
Wie habe ich nun eigentlich zu NFP gefunden?
Ich war gerade dabei meine Haare wachsen zu lassen und hatte großes Interesse an guter und natürlicher Haarpflege. Also war ich in einem entsprechenden Haarforum unterwegs, in dem es hauptsächlich um Naturkosmetik ging.
Und wie es in Foren so ist, gibt es meistens auch Off Topic Themen.
Die Idee, die fruchtbaren Tage, den Eisprung in meinem Zyklus zu erkennen und so nur dann verhüten zu müssen, wenn ich wirklich fruchtbar bin, hat mich sofort gecatched. Ich hatte damals frisch angefangen Biologie zu studieren und hatte daher eh ein großes Interesse an meinem Körper und meinem Zyklus. Ein bisschen Unsicherheit war natürlich erstmal dabei, denn auch mir wurde jahrelang eingebläut, immer immer immer zu verhüten 😉
So habe ich die NFP-Methode gelernt
Ich habe dann recherchiert und bin auf die überzeugende Datenlage zu NFP nach Sensiplan gestoßen. Eine wissenschaftlich fundierte Methode mit festen Regeln und nachgewiesener Sicherheit. Ein Träumchen für jede WissenschaftlerIn!
Ich habe mir dann die Original Sensiplan Bücher gekauft und mich eingelesen. Ich sag mal so: Man kann NFP durchaus im Selbststudium lernen… Aber, mit persönlicher Unterstützung geht es vieeel schneller, Fragen und Unsicherheiten werden viel schneller abgebaut. Ich habe einige Zyklen gebraucht, bis ich so richtig durchgestiegen bin und mich sicher gefühlt habe. Eine gewisse Übungs- und Einfindungsphase gehört aber immer dazu.
Zwischenzeitlich kam bei mir immer mehr der Wunsch auf, mir die Gynefix ziehen zu lassen. Ich fand sie wie gesagt gut, aber ich hatte inzwischen in NFP eine natürliche Alternative gefunden, mit der ich mich wohler gefühlt habe als mit der Gynefix. Und dann kam der Tag der Tage 😀
Und kleiner Fun Fact: Ich habe eine Sache tatsächlich immer falsch dokumentiert, weil ich es beim Nachlesen falsch verstanden hatte. Erst, als in der Ausbildung zur NFP-Beraterin meine Dozentin auf meine Zyklusaufzeichnungen daraufgeschaut hat, ist der Fehler aufgefallen. War mir übrigens sehr peinlich… Und dieses Beispiel soll Dir auch zeigen wie wichtig es ist, NFP entweder in einem Kurs zu lernen oder zumindest die eigenen Zyklusaufzeichnungen einmal professionell prüfen zu lassen!
Wie mir Zykluswissen und die NFP-Methode seither eine hormon- und nebenwirkungsfreie Familienplanung ermöglichen
Mittlerweile tracke ich meinen Zyklus seit über 10 Jahren mit NFP. Und in dieser Zeit habe ich so ziemlich jede Situation durch: Ich möchte auf keinen Fall schwanger werden, schwanger werden wäre nicht so schlimm, ich möchte gerne bald ein Kind, ich möchte SOFORT schwanger werden, ich möchte niemals von meiner Periode überrascht werden, ich frage mich, wie es meinem Zyklus geht…
Das wundervolle an NFP ist ja, dass Du dieses Wissen über den Zyklus in alle Richtungen nutzen kannst. Um schwanger zu werden, um nicht schwanger zu werden, um immer den vollen Durchblick im Zyklus zu haben und als Gesundheitsvorsorge. Denn Dein Zyklus ist tatsächlich nicht nur die Grundlage Deiner Fruchtbarkeit, sondern auch eines Deiner „Vitalzeichen“!
Mir ermöglicht dieses Wissen seither nicht nur eine natürliche Verhütung im Einklang mit meinem Körper, sondern hat mir auch meinen Kinderwunsch erfüllt.
Und weißt du was? Ich habe entgegen der Vorurteile heute exakt so viele Kinder, wie ich geplant habe 😉
Und weil ich so überzeugt davon bin, habe ich nach der Geburt meiner Tochter auch die Ausbildung zur NFP-Beraterin gemacht. Denn ich möchte dieses Wissen unbedingt mit Dir teilen!
So findest Du heraus, ob NFP auch etwas für Dich ist
Falls du Dich jetzt fragst: „Ist das auch etwas für mich?“, kann ich Dir eine kleine Einstiegshilfe geben:
Weißt Du, meistens ist der Weg zu NFP ein Prozess. Die wenigsten sind sofort voll überzeugt davon und fühlen sich sofort total sicher.
Das ist vollkommen normal! Wichtig ist, dass Du Dich für die richtige Methode entscheidest, Dich wirklich damit beschäftigst und nicht so lange wartest wie ich, Dir im Zweifelsfall professionelle Hilfe zu holen 😉
Schreib mir, wenn Du fragen hast oder etwas loswerden möchtest: info@zyklusgefluester.de und schau Dich auch gerne hier um: https://zyklusgefluester.de/verhuetung/





